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Eine Geschichte über JAKARTA

(Quelle : Indonesien Report Jg. XXII, Juni 2000 Nr. 04 SS. 8 - 15)


Das weit ausgedehnte Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens, ist eine Stadt der Gegensätze: das Traditionelle und das Moderne, Reichtum und Armut, Sakrales und Weltliches stehen oft Seite an Seite in dieser Metropole. Selbst seine Bevölkerung, eine Sammlung aller verschiedenen ethnischen und kulturellen Gruppen Indonesiens, stellt ein immer gegenwärtiges Beispiel dar für das nationale Motto: Einheit in der Verschiedenheit.

Ihr Ursprung ist in der kleinen Hafenstadt des frühen 16. Jahrhunderts, Sunda Kelapa, zu finden. Es wird angenommen, daß die Gründung Jakartas am 21. Juni 527 stattfand, als sie in Jayakarta (glorreicher Sieg) umbenannt wurde durch den Prinzen Fatahillah aus dem benachbarten Cirebon. Er holländische General-Gouverneur Jan Pieterzoon Coen zerstörte es im Jahre 1619 und änderte den Namen um in Batavia. Die Holländer machten die Stadt zum Ausgangspunkt ihrer Expansionen in Ost Indien. Kurz nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde es von de kaiserlich japanischen Besatzung macht in Jakarta umbenannt, einer Geste, um die Sympathie der Indonesier zu gewinnen. Dieser Narr wurde auch nach der Unabhängigkeit Indonesiens nach dem 2. Weltkrieg beibehalten.

Die Architektur spiegelt in große Ausmaß die Einflüsse, die von außen kamen, wider. Das Projekt zur Restaurierung des Taman Fatahilah, das im Beginn der 70er Jahre begonnen wurde, hat einen der ältesten Teile Jakartas, auch als Alt Batavia bekannt, fast zu seinem früheren Aussehen restauriert. Das alte Gebäude des "Obersten Gericht" ist heute ein Kunstmuseum, das auch die ausgezeichnete Sammlung chinesischer Porzellane des früher Vize-Präsidenten Adam Malik erhält. Das alte Rathaus ist das Jakarta-Museum geworden und stellt alte indonesische geschichtliche Dokumentationen und Möbel aus der holändischen Zeit aus.

Die alte portugiesische Kirche und Lagerhäuser wurden ausgebessert und sind nun lebendige Museen. Das Zentral-Museum am Merdeka Platz wird als eines der schönsten in Südost-Asien angesehen, voll von wunderbaren Kunstprodukten und seine Sammlung von altem chinesischem Porzellanen, von Indonesiern vor hunderten von Jahren als Handelsgüter erworben, ist besonders zu erwähnen. Gegenüber dem Museum, in der Mitte des Merdeka (Freiheit) Platzes, steht das National-Denkmal mit einer Flamme aus Gold als Spitze. Im Erdgeschoß ist ein Museum für "Nationale Geschichte". Die Ausblicksgallerie direkt unter der Flammenspitze bietet einen großartigen Blick über Jakarta.

Einer der beliebtesten Plätze für die Bevölkerung ist der Taman Ismail Marzuki, eine Gruppe von Theatern und Ausstellungshallen, die das " Kunst-Zentrum Jakarta" bilden. Ob internationale Attraktionen oder Darbietungen indonesischer Künstler, immer wird im Kunstzentrum etwas geboten.

a) Das Nationaldenkmal

Das Nationaldenkmal oder " Monas", wie es allgemein genannt wird, ist eines der Monumente, die während der Sukarno-Zeit gebaut wurden. Es steht als Symbol für Entschlossenheit des Volkes und seine Anstrengungen, die Freiheit zu erringen, die ihre Krönung in der Unabhängigkeitserklärung im August 1945 fand.

Der 137 Meter hohe Obelisk hat eine Spitze, die eine Flamme darstellt und mit einer Goldschicht von 35 kg überzogen ist. Im Erdgeschoß befindet sich ein geschichtliches Museum und eine Meditationshalle. Das Monument ist der Öffentlichkeit zugänglich.

b) Lubang Buaya Helden Museum

Es ist südöstlich etwa 15 km vom Stadtzentrum gelegen und ein Erinnerungspark für die sechs Armee generäle und einen Armeeoffizier, die am 01. Oktober 1965 bei einem missglückten Staatsstreich der Kommunisten getötet wurden. Der Mittelpunkt ist das Pancasila-Denkmal mit den Statue der sieben Helden, nahe dem alte Brunnen, in den die Körper nach ihrer Ermordung durch kommunistische Miliz-Gruppen geworfen wurden.

c) Satria Mandala Museum

Dieses Zentralmuseum der Armee zeigt den Fortschritt in der Entwicklung der indonesischen Armee, seine Rolle im Kampf um Indonesiens Unabhängigkeit und anderes Militärgeschichtliches.

d) Sunda Kelapa

Sunda Kelapa, allgemein bekannt als Pasar Ikan (Fischmarkt) ist das Gebiet an der Mündung des Ciliwung Flusses. Es war früher die Hafenstadt Sunda Kepala, wo die Portugiesen im frühen 16. Jahrhundert mit dem Hindu-Königreich von Pajajaran Handel trieben.

Die gefangenen Fische werden dort am frühen Morgen auf dem alten Fischmarkt auktioniert, die dorthin führende Straße ist eingesäumt von Läden, die alle Arten von Muscheln, getrockneten Schildkröten und Hummern und Seefahrerbedarf verkaufen.

Die holländische Herrschaft über Jakarta und Indonesien begann von diesem Gebiet aus. Die Überreste des "Kasteel Batavia", eine alte Befestigung und Handelsposition der " Niederländisch Ost-Indischen Kompanie" sind noch zu sehen.

Sunda Kelapa ist heute ein Anlegeplatz für die Fischer und ein innerindonesischer Hafen. Hochmastige Bugis-Schoner aus Süd-Sulawesi, die dort ankern, bilden einen malerischen Anblick. Sie gehören zu einer der letzten in der Welt noch vorhan denen Flotten von Segelschiffen, durchpflügen die See zwischen den Inseln, wie sie es schon vor hunderten von Jahren taten und transpoi tieren Handelsware.

e) Jakarta Museum

Das im Jahre 1627 fertiggestellte Gebäude diente ursprünglich der " Niederländisch Ost-Indischen Kompanie" als Rathaus. Anbauten und Erneuerungen wie steinerne Tore, Büros und Zellen wurden zwischen 1705 und 1715 durchgeführt.

Es wird berichtet, daß der berühmte indonesische Held Prinz Diponegoro vor seiner Verbannung nach Nord- Sulawesi hier eingesperrt wurde.

Das Gebäude wurde als Kaserne und für Büros. Genutzt, bis die Stadtverwaltung von Jakarta zu Beginn der 70er Jahre beschloß, es zum Schwerpunkt der Restauration von "Alt Batavia" zu machen.

Es ist heute ein Museum und verschafft durch die Ausstellung alter Landkarten und Altertümer wie Möbel und Geschirr, die von den Holländern in Batavia benutzt wurden, sowie einer portugiesischen Kanone aus dem 16. Jahrhundert, einen geschichtlichen Hintergrund von Jakarta.

f) Tugu-Kirche

Diese Kirche im Kampung Tugu im Gebiet von Cilincing in der Nähe von Tanjung Priok wurde 1725 durch den holländischen Priester van der Tydt für die Portugiesen, die dort nach der Besetzung Jayakartas durch die Holländer lebten, erbaut.

Das Hauptgebäude wurde 1744 neu erbaut, nachdem es im Chinesenaufstand von 1740 zerstört worden war. Es wurde 1747 durch Vater Johann Mauridts Mohr neugeweiht und ist bis heute das Zentrum ganz besonderer, alt-portugiesischer Eigenarten und Traditionen.

g) Portugiesische Kirche

Näher dem Stadtzentrum in der Altstadt befindet sich die "Portugiesische Kirche", die ca. 1696 für die portugiesisch sprechende Bevölkerung von Batavia gebaut wurde. Äußerlich sehr einfach aussehend, ist das Innere der Kirche doch sehr eindrucksvoll.

h) D.P.R. Gebäude

Dieses moderne Gebäude an der Jalan Gatot Subroto ist das Parlamentsgebäude, wo mindestens einmal in fünf Jahren die Volksvertreter (der nationale Kongress) zu einer Vollversammlung zusammentreten müssen. Wenn keine Sitzungen abgehalten werden, sind Besichtigungen mit vorheriger Anmeldung erlaubt.

i) T.I.M. Kunstzentrum

Der örtliche Treffpunkt für kulturelle Aktivitäten in Jakarta ist das Kunstzentrum Jakarta, bekannt als Taman Ismail Marzuki oder abgekürzt T.I.M. Es besteht aus Ausstellungshallen, Theatern, einer Kunstakademie, einem Archivgebäude und einem Planetarium. Das monatliche Programm, das in der Hotels ausliegt, bietet Ausstellungen, Theateraufführungen, musikalische und literarische Rezitationen, Tanz- Vorführungen und Ausstellungen sowie Vorführungen von Volkskunst oder Dramen aus den verschiedenen Gebieten Indonesiens.

j) Jalan Surabaya

Diese Straße liegt in einer der Elite-Wohngegenden von Jakarta und in ihr befindet sich Jakartas bekanntester "Floh-Markt". Eine große Auswahl von Antiquitäten bis zu Fälschungen, elektronischen Artikeln und Schallplatten werden dort angeboten.

k) Taman Mini

Dieser Erlebnispark bietet eine,' Überblick über die Verschiedenheit des indonesischen Archipels. Es stellt Indonesiens Provinzen und ihre Besonderheiten vor, die sich besonders in der Architektur der jeweiligen Provinz ausdrücken. Der Park besitzt einen Orchideengarten in dem Hunderte von indonesische Orchideen wachsen. Außerdem gib es einen Vogelpark mit einem begehbaren Vogelhaus. Dieser Park, "Indonesien im Kleinen", wird allgemein Taman Mini genannt.

l) Condet

Dieses Dorf im südöstlichen Jakarta ist ein geschütztes Gebiet, wo der alte, ländliche Lebensstil bewahrt wird. Condet ist ebenfalls für seine Orchideen bekannt.

m) Ragunan Zoo

Jakartas Zoo ist in der Vorstadt Ragunan im südlichen Teil der Stadt gelegen. In einer üppigen, tropischen Anlage finden Tiere wie die Komodo-Echse, Tapir und Anoa, der Java-Tiger, Orang Utans, wilde Banteng-Stiere und farbenprächtige Vögel ausreichend Platz.

Der zoologische Garten ist täglich von 08.00 morgens bis 18.00 Uhr abends geöffnet, sonntags und an Feiertagen ist er allerdings überfüllt von Besuchern.

n) Orchideen-Garten

Es gibt eine Reihe gewerbsmäßiger Orchideen-Gärten mit den seltensten Orchideen Indonesiens, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Der bekannteste befindet sich im Taman Mini.

o) Pulau Seribu

Diese in der Bucht von Jakarta gelegene Gruppe von Inseln ist ein Paradies nach dem Leben und Treiben der Großstadt. Es gibt goldene Strände, von Kokospalmen umsäumt, die Gewässer sind ein Paradies für Sporttaucher und gefüllt von Myriaden tropischer Fische, die zwischen vielfarbigen Korallen leben. Die Inseln können mit der Fähre oder gemieteten Booten von Tanjung Priok oder Pasar Ikan (Sunda Kelapa) aus erreicht werden. Es gibt auch einen Landesstreifen für einen Luftcharter-Dienst auf Pulau Panjang. Unter den für den Tourismus entwickelten Inseln dieser Gruppe sind Pulau Air, Pulau Bidadari, Pulau Petondan und Pulau Putri. Pulau Putri besitzt Landhäuser, ein Restaurant und Möglichkeiten zum Sporttauchen.

p) Jaya Ancol Traumland

Dieses ist Jakartas größter und populärster Erholungspark. Er ist auf urbar gemachtem Land in der Bucht von Jakarta gelegen und besitzt Meer- und Süßwasser Aquarien, Schwimmbäder, eine künstliche Lagune zum Fischen und Bootfahren, Kegelbahnen, eine Reihe von Nachtclubs, Restaurants, Dampfbad und Massage Salons und einen "Kunst-Markt" mit Handwerksarbeiten, Gemälden und allerlei Andenken.

q) Zentralmuseum

Das Museum wurde 1778 von J. M. C. Rademacher unter der Schutzherrschaft der "Batavia Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft" gegründet und bietet geschichtliche, vorgeschichtliche, archäologische und ethnograpische Aspekte Indonesiens durch Seine Sammlung von traditionellen Instrumenten, Haushaltsgegenständen, regionalen Trachten, Kunst- und Handwerksgegenständen bietet eine der vollständigsten Sammlungen von Bronzen und Keramiken aus den Zeiten der Hart, Tang und Ming Dynastien.

Das Museum besitzt weiterhin eine der besten Numismatik Sammlungen der Welt, inklusive Stoff-Geld, das auf manchen Inseln bis vor gar nicht langer Zeit gebraucht wurde.

Die Abteilung für religiöse Kunst ist angefüllt mit Statuen und Skulpturen von hinduistischen, buddhistischen und islamischen Bauwerken.

Seine Sammlung von traditionellen Instrumenten, Haushaltsgegenständen, regionalen Trachten, Kunst- und Handwerksgegenständen bietet eine Einführung in die verschiedenen ethnischen Gruppen Indonesiens. Das Museum ist allgemein bekannt als Gedung Gajah oder "Elefantengebäude" wegen des steinernen Elefanten, einem Geschenk des Königs Chulalongkorn von Thailand im Jahre 1871.

r) Das Wayang Museum

In diesem Puppen-Museum, westlich vom Taman Fatahillah in Altstadt gelegen, sind Wayang Puppen aus allen Teilen Indonesiens und einigen anderen Gegen Südost-Asiens ausgestellt. hier ausgestellten hölzernen ledernen Puppen repräsentieren bestes handwerkliches Können dieser Form des traditionellen Theaters.

s) Textil-Museum

Im südöstlichen Jakarta, in Jati Petamburan, befindet sich in einem restaurierten Gebäude aus dem Jahrhundert das Textil-Museum Es enthält eine Sammlung von tausend verschiedenen traditionellen Textilien aus ganz indonesien Handgewebtes, -Batiken und ikat Gewebe.

t) Museum lndonesia

Das im Taman Mini gelegene Museum wurde 1980 eröffnet enthält traditionelle Kunst. Handwerk und Trachten. Das im balinesischen Stil erbaute Museum besonders eindrucksvoll.


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